Grußwort
Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, Sie zu impfmedizin.aktuell MAGDEBURG 2026 am 07. November 2026 in Magdeburg begrüßen zu dürfen.
Im Mittelpunkt von IMA 2026 steht in diesem Jahr eine Frage, die uns seit Langem begleitet und 2026 mit neuer Dringlichkeit gestellt wird: Wie steigern wir die in Deutschland anhaltend unzureichenden Impfraten und senken damit die vermeidbare Krankheitslast? Für viele wichtige Impfungen bleiben wir deutlich hinter nationalen und internationalen Zielen zurück. Entscheidend sind der Ausbau wirksamer Impfstrategien und ihre konsequente Umsetzung im Praxisalltag.
Impfmedizin 2026 - wo stehen wir, was gibt es Neues von der STIKO?
Der aktualisierte Impfkalender 2026 bringt mehrere relevante Änderungen: die Standardimpfung gegen Meningokokken ACWY für 12- bis 14-Jährige anstelle der bisherigen MenC-Impfung im Säuglingsalter mit durchaus offenen Fragen, die gezielte Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff für Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Risiko, die Ausweitung der Herpes-zoster-Impfung sowie die Verfügbarkeit eines weiteren monoklonalen anti-RSV-Antikörpers. Wir ordnen die Neuerungen ein und benennen die verbliebenen Lücken.
Influenza - Schutz endlich auch für gesunde Kinder und Jugendliche?
Kinder tragen eine der höchsten Influenza-Krankheitslasten und sind wesentliche Überträger; zugleich fehlt in Deutschland weiterhin eine Standardimpfempfehlung für gesunde Kinder. Eine aktuelle deutsche Fallserie dokumentiert vier tödliche Verläufe bei zuvor gesunden Kleinkindern. Sowohl die Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen im Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V. als auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordern eine Impfempfehlung für alle ab dem Alter von sechs Monaten. Aus Sicht vieler Fachleute ist eine über die GKV gegenfinanzierte Standardimpfung mindestens für Kinder und Jugendliche, unter Einschluss aller modernen Impfstoffe einschließlich des nasalen Lebendimpfstoffs, überfällig.
Prävention im Erwachsenenalter - Pneumokokken, HPV, RSV, Herpes zoster …
Auch bei gesunden und chronisch kranken Erwachsenen bleiben die Impfquoten gegen Pneumokokken, HPV, Influenza und RSV deutlich zu niedrig. RSV verursacht eine hohe Krankheitslast nicht nur bei Säuglingen, sondern auch bei Seniorinnen und Senioren. Wir diskutieren, wie sich die Prävention, etwa beim häufig unterschätzten Herpes zoster, im Praxisalltag konsequenter umsetzen lässt.
„Exotische“ Virusinfektionen - längst nicht nur ein Reisethema
Chikungunya-, Hanta-, Ebola- und Dengueviren rücken zunehmend in den Blickpunkt, nicht allein für Reisende, sondern auch mit Blick auf autochthone Übertragungen und ein verändertes Vektorgeschehen in Europa.
Auch im Namen der Referenten wünsche ich Ihnen und uns ein anregendes Symposium und gute Gespräche und freue mich auf den Austausch mit Ihnen in Magdeburg.
Prof. Dr. Gunther Gosch
Wissenschaftlicher Leiter